Sobald ein Text mithilfe unserer NLP-basierten Tools annotiert und mit einer Termbase verknüpft ist, kann jeder Textbestandteil in eine Übungsreihe integriert werden. Diese von Didaktikern konzipierte Abfolge hilft den Lernern dabei, neue Inhalte in abrufbares Wissen umzuwandeln.

Die Fülle an technischen Entwicklungen der vergangenen Jahre ermöglicht einen in diesem Maße nie zuvor dagewesenen Grad an Personalisierung. Auch von digitalen Lernprodukten erwarten Ihre Kunden Personalisierung. Das bedeutet, dass

  • sie sich ihren Lernplan eigenständig maßschneidern können,
  • relevante Informationen für sie nur einen Klick entfernt sind,
  • sie eine direkte Rückmeldung auf jede Art von Eingabe erhalten.

L-Pub ermöglicht es Content-Inhabern, aus ihren Texten Lernmaterialien für personalisiertes Lernen zu machen – in einem NLP-basierten, standardisierten Prozess, der kostengünstig ist und Ihren Kunden einen großen Mehrwert bietet.

Alles, was Sie hierfür benötigen, ist ein Lesetext (z. B. ein Artikel, ein Buch oder eine Webseite) sowie eine Termbase (Begriffsdefinitionen, veranschaulichende Grafiken oder andere Nachschlage-Inhalte). Aus diesen beiden Komponenten kreiert L-Pub dann automatisch eine Abfolge von Übungen.

Was der Lerner dafür tun muss? Er muss lediglich das Wort aus Ihrer Termbase, das er lernen möchte, in einem relevanten Satz auswählen. Sowohl das Wort als auch der Satzkontext werden dann für die Übungsreihe verwendet. Wie diese Übungen im Detail aussehen, hängt von dem zu lernenden Thema ab. Allerdings lässt sich jede unserer Übungen in der Regel einem der zwei folgenden Typen zuordnen:

  1. Erkennen: Die Übungsabfolge beginnt mit Multiple-Choice-Fragen zu dem ausgewählten Begriff. Bestandteil dieser Übungen sind auch sogenannte Distraktoren sowie andere Begriffe, die der Lerner seiner Lernliste hinzugefügt hat.
  2. Abrufen: In den komplexeren Übungen muss der Lerner das Wort dann ohne fremde Hilfe (z. B. ohne Auswahlliste) aus dem Gedächtnis abrufen. Dafür wird ihm beispielsweise nur die Definition des Begriffs oder der Satz ohne das Wort angezeigt.

Da die jeweils zutreffende Antwort im L-Book selbst gespeichert ist, erhält der Lerner stets direktes Feedback zu seiner Leistung. Außerdem können wir so Statistiken über den Lernfortschritt des Lerners generieren, die der Lerner selbst oder eine Lehrkraft jederzeit einsehen kann.

Beispiel einer einfachen Übung: Der Lerner hat gerade erst angefangen, dieses Wort zu üben. Die ersten Übungen dienen daher erst einmal dem Wiederkennen des Wortes.

Didaktischer Hintergrund

Die automatisch generierten Übungen, die L-Pub verwendet, wurden in Verbindung mit unserem ersten Sprachlerntool, der Vokabeltrainer-App vobot.me, entwickelt.

Während der Entwicklung unserer App, lernte jeder im Team gerade eine Fremdsprache, zwei von uns sind außerdem Experten auf dem Gebiet der Didaktik. Wir wussten aus eigener Erfahrung, welche Arten von Übungen für Fremdsprachenlerner geeignet sind.

Die Grundlage von vobot bildet das Hueber-Lernerwörterbuch Deutsch-Englisch / Englisch-Deutsch. Eine besondere Herausforderung bei der Entwicklung bestand darin, die knapp 100.000 Beispielsätze, die Bestandteil dieses Wörterbuchs sind, nahtlos in die Software zu integrieren. Auf Basis von NLP-Komponenten und unserer proprietären, maßgeschneiderten Annotierungstechnik konnten wir nach fast drei Jahren intensiver Arbeit einen robusten und zuverlässigen Algorithmus entwickeln.

Zunächst lag unser Fokus auf dem Fremdsprachenerwerb, doch bald stellten wir fest, dass unser Algorithmus ohne Weiteres auf jedes beliebige textbasierte Lernszenario angewendet werden kann.

Im Rahmen unserer laufenden Software-Wartung und -Weiterentwicklung wird dieser Algorithmus kontinuierlich verbessert. Für die Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt haben wir einen Forschungszuschuss erhalten, um unsere Übungen bis 2019 auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse weiter zu verfeinern. Die damit zusammenhängende Forschungsarbeit stützt sich vor allem auf Machine-Learning-Mechanismen, mithilfe derer die Übungen dynamisch an den Fortschritt des individuellen Lerners angepasst werden können.

Momentan wirkt die Abfolge der Übungen, die dem Lerner angezeigt werden, willkürlich. Tatsächlich ist diese Reihenfolge von verschiedenen Kriterien abhängig:

  • der Anzahl an Übungen in der Lernliste des Lerners,
  • dem Zeitpunkt, zu dem er zuletzt die jeweilige Übung erfolgreich oder fehlerhaft abgeschlossen hat,
  • dem Umstand, ob der Lerner eine oder mehrere Übungsreihen innerhalb eines kurzen Zeitraums bearbeitet hat. Diese Art des Übens, die sogenannte „mass repetition“, hilft in der Regel nur unzureichend dabei, Inhalte dauerhaft als Wissen abzuspeichern. Übt der Lerner bevorzugt durch „mass repetition“, werden einige bereits absolvierte Übungen nach einer Weile wieder auftauchen.
  • Auf Wunsch können wir unseren Algorithmus an die vom Kunden bevorzugte Lernmethode anpassen (z. B. Leitner-System, Spaced Repetition, Cued Recall).

Weitere Lernmethoden werden wir mit der Zeit integrieren. Doch bereits jetzt bieten wir einen robusten Algorithmus, der sich von herkömmlichen Lernmethoden in dreierlei Hinsicht maßgeblich unterscheidet:

  • Alle Übungen sind kontextbasiert.
  • Der Lerner wählt selbst, was er lernen möchte, um eine Über-aber auch die Unterforderung des Lerners vermieden.
  • Der Lerner erhält bei Nutzung unserer Software direktes Feedback. Dadurch behält er stets den Überblick über seinen aktuellen Lernfortschritt.
Beispiel einer Übung für Fortgeschrittene: Hier muss der Lerner das Wort aus seinem Gedächtnis abrufen und die korrekte Schreibweise des Wortes über die Tastatur eingeben. Er erhält dabei nur so viele Hinweise, wie er benötigt, um die Übung erfolgreich abzuschließen.

Funktioniert personalisiertes Lernen überhaupt?

Zahlreiche Forschungsarbeiten widmen sich dem Themenkomplex des entdeckenden Lernens und der Frage, als wie effektiv es sich in verschiedenen Bildungskontexten und Lernszenarien erweist. Die Sinnhaftigkeit dieser Lernform wird dabei nur dann in Frage gestellt, wenn das entdeckende Lernen losgelöst von jeglicher Form des gestützten Lernens stattfindet. Unsere Auffassung dazu: Personalisiertes Lernen kann und soll die traditionelle Lehre nicht ersetzen, sondern vielmehr ergänzen, um den Lerner zusätzlich zu motivieren und um auch außerhalb des Klassenzimmers den individuellen Lernprozess zu fördern.

L-Pub unterscheidet zwei Hauptformen von Personalisierung, die beide auch wesentlicher Bestandteil unserer Produkte sind:

  • Wahl der zu lernenden Inhalte,
  • Wahl des Kontexts, in dem gelernt werden soll.

Die erstgenannte Komponente impliziert, dass der Lerner bis zu einem gewissen Grad selbst bestimmen kann, was er lernt. Er entscheidet,

  • wann er vom Lese- zum Lernmodus wechselt,
  • an welcher Stelle er zusätzliche, tiefergehende Informationen einsieht,
  • worauf er sich in einem nächsten Schritt konzentriert,
  • wie viel Zeit er für jede Übung aufwendet.

Aber werden dadurch nicht Lehrplanvorgaben (z. B. der zuständigen Behörden oder Bildungseinrichtungen) untergraben? Dass der Lerner selbst festlegt, was er lernen möchte, bedeutet nicht zwangsweise, dass offiziell vorgeschriebene Inhalte unberücksichtigt bleiben. Der Lerner kann lediglich über die Abfolge der Aufgaben und die Art und Weise ihrer Bearbeitung bestimmen.

Wir sind der Meinung, dass die Wahl des eigenen Lernkontextes ausschlaggebend für die Motivation und den Lernerfolg eines Lerners ist. Wenn z. B. der Lehrer ein Thema wie Präpositionalverben behandelt, könnte er jeden Lerner eigenständig entscheiden lassen, mit welchem Material, also in welchem Kontext, er die Grammatikinhalte üben möchte – z. B. mit einer Musikzeitschrift, einem Comic, einer Graphic Novel oder einem Buch zum Thema Gärtnern. Der erste Schritt in der Übungsreihe könnte dann darin bestehen, dass der Lerner die Präpositionalverben in vorgegebenen Kontexten erkennen muss. Ist das Textmaterial zusätzlich von L-Pub annotiert, kann der Lerner sogar die Verben, die in den von ihm ausgesuchten Texten vorkommen, in automatisch generierten Aufgaben üben – immer im Kontext, den der Lerner selbst gewählt hat.

Kontextbasiertes Lernen: Der Lerner kann jedes beliebige Element im Text anklicken und mit einem Klick auf das Plus-Symbol zu seiner persönlichen Lernliste hinzufügen.

Vorteile automatisch generierter Lernmaterialien

Für Bildungsverlage

  • Jeder beliebige Text kann annotiert und in Lernmaterialien umgewandelt werden.
  • Die Erstellung des Übungsmaterials spart im Vergleich zu herkömmlichen Erstellungsmethoden viel Zeit.
  • Durch Bestandteile wie das automatische Feedback oder Lernstatistiken, die für Lehrkräfte einsehbar sind, werden die Lernmaterialien zusätzlich aufgewertet.
Für Lehrkräfte

  • Die Materialien können in existierende LMS (Lern-Management-Systeme) integriert werden.
  • Das Übungsmaterial kann unkompliziert verwaltet und der Lernfortschritts des Lerners jederzeit überprüft werden.
  • Die Übungen, ob als Einzelarbeit in der Stunde oder als Hausaufgabe zuhause erledigt, werden automatisch korrigiert.
Für Lerner

  • exploratives Lernen
  • personalisiertes Lernen
  • kontinuierliche Rückmeldung zum Lernfortschritt

White-Label-Lösung

Das L-Book Pro und das L-Book Lite bieten Ihnen alle oben beschriebenen Features, die online, offline und auf verschiedenen Endgeräten verwendet werden können.

Vielleicht möchten Sie eine maßgeschneiderte Version unserer Produkte oder unsere Software gerne in Ihr unternehmenseigenes System integrieren. Hierfür können wir Ihnen ein White-Label-Produkt oder eine SaaS-Lösung anbieten.


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Sie möchten gerne automatisch generiertes Übungsmaterial in Ihre digitalen Inhalte aufnehmen? Ob über eine API, über eine Anpassung Ihrer Software oder als Version unserer bestehenden Tools in Ihrem Corporate Design: Wenn Sie unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollen, kontaktieren Sie uns für ein persönliches Gespräch.